"Kulturagenten für kreative Schulen Baden-Württemberg“

„Kulturagenten für kreative Schulen Baden-Württemberg“ ist ein Programm der Landesvereinigung Kulturelle Jugendbildung Baden-Württemberg e. V., gefördert durch das Ministerium für Kultus, Jugend und Sport Baden-Württemberg, die Forum K&B GmbH, die Kulturstiftung des Bundes und die Stiftung Mercator sowie die Städte Baden-Baden, Freiburg, Göppingen, Heidenheim, Heilbronn, Konstanz, Mannheim, Pforzheim, Schwäbisch Gmünd und Ulm.
Nach vier Jahren Modellphase wird das bundesweit erfolgreiche Programm „Kulturagenten für kreative Schulen“ der Bundeskulturstiftung und der Stiftung Mercator nun für weitere vier Jahre, seit dem Schuljahr 2015/2016, fortgeführt.
Kernanliegen des Förderprogramms ist verstärkte kreative kulturelle Teilhabe aller Kinder und Jugendlichen in Baden Württemberg. Die 10 Kulturagenten in Baden-Württemberg betreuen Netzwerke in den ausgewählten Kommunen Baden-Baden, Freiburg, Göppingen, Heidenheim, Heilbronn, Konstanz, Mannheim, Pforzheim, Schwäbisch-Gmünd und Ulm.

Die beteiligten Schulen in den Kommunen werden vom Schuljahr 2015/16 an bis voraussichtlich mindestens SJ 2018/19 bei der Entwicklung und Umsetzung eines kulturellen Schulprofils unterstützt.
Jede der geförderten Schulen bildet eine Kulturgruppe, die aus interessierten LehrerInnen, gern auch SchülerInnen und interessierten Eltern besteht. Diese trifft sich regelmäßig mit der Kulturagentin und mit Kooperationspartnern aus allen Bereichen der Kultur, Künstlern und Kulturinstitutionen und Vertretern der Kommune/Kulturamt, um gemeinsam Projekte und Kulturkooperationen und-kreative Unterrichtsformate und Impulse für alle Beteiligten zu planen und zu verwirklichen.
Die 10 KulturagentInnen in Baden-Württemberg beraten und unterstützen die beteiligten Schulen „maßgeschneidert“, d.h. ausgehend von ihren individuellen Wünschen, Bedürfnissen und Zielen bei diesem Prozess.
Jede beteiligte Schule entwickelt ihren eigenen „Kulturfahrplan“, der die kulturelle Ausrichtung, die vorhandenen und geplanten kreativ-künstlerischen Schwerpunkte und die kulturelle „Vision“ der Schule definiert. Wichtige Bausteine der entstehenden, stets reflektierten Konzepte werden auch in der Zukunft Kooperationsprojekte mit Kulturschaffenden und Kulturinstitutionen vor Ort und der Auf- und Ausbau eines Netzwerks für kulturelle Bildung in der Schule und in der Kommune sein.

Mit dem Programm „Kulturagenten für kreative Schulen Baden-Württemberg“ werden viele Kinder und Jugendliche nachhaltig für Kunst und Kultur begeistert. Damit wird ihnen die Chance eröffnet, Akteure einer kulturinteressierten Öffentlichkeit zu sein. Darüber hinaus wird ihnen durch die Begegnung und Auseinandersetzung mit Kunst und Kultur sowie durch die aktive Erprobung der Künste die Bildung und Stärkung ihrer Persönlichkeit ermöglicht, wie es mit anderen Mitteln nicht möglich wäre.
Die Gesamtkoordination von „Kulturagenten für kreative Schulen Baden-Württemberg“ liegt bei der LKJ Baden-Württemberg. Das Landesbüro mit Nils Hoheußle (Leitung) und Agnes Nahm (Assistenz) unterstützt die KulturagentInnen und Schulen bei fachlichen Fragen und organisiert regionale und landesweite Fachtagungen und Weiterbildungsveranstaltungen. Ziel dieser Transferphase ist es, die Instrumente und Erfahrungen aus dem Modellprogramm von 2011-2015 an weitere interessierte Schulen und Kultureinrichtungen weiterzugeben und die Strukturen für kulturelle Bildung im Land Baden-Württemberg weiter auszubauen und in den beteiligten Kommunen zu verstetigen.
Kerstin Schaefer
Kulturagentin für Göppingen

0171–174 74 17 / Mail: schaefer@lkjbw.de
www.lkjbw.de

Kerstin Schaefer_KA_Goeppingen FotoN. Hoheu ssle _Landesbüro Kulturagenten LKJ BW-1
Kerstin Schaefer ist Bildende Künstlerin (Malerei/Grafik/Performance). Sie hat an der HfBK Dresden studiert und dort 2004 bis 2006 ihr Graduiertenstudium als Meisterschülerin für übergreifendes künstlerisches Arbeiten absolviert. Stipendien führten sie unter anderem zu mehrmonatigen Arbeitsaufenthalten nach New York City und Frankreich, ihr Atelier hat sie seit 2007 in Stuttgart. Seit vielen Jahren arbeitet sie kontinuierlich und mit Begeisterung in der Kunstvermittlung in kreativen schulischen und musealen Zusammenhängen – für Kinder, Jugendliche, Erwachsene und Menschen mit speziellem Förderbedarf. Im Jahr 2008 war sie Stipendiatin der Kunststiftung Baden-Württemberg. Durch ihre Aktivität in mehreren Künstlerverbänden und regelmäßige Ausstellungstätigkeit verknüpft sie ihr Interesse an der freien Kunstproduktion mit dem Wunsch nach inspirierender und nachhaltiger Kunstvermittlung für die interessierte Öffentlichkeit.
Kerstin Schaefer begleitete von 2013 bis 2015 das Schulnetzwerk Immanuel-Kant-Realschule Leinfelden-Echterdingen, Ludwig-Uhland-Schule, Leinfelden-Echterdingen und Werkrealschule Bildungszentrum Seefälle Filderstadt, seit Oktober 2015 ist sie Kulturagentin für Göppingen und arbeitet dort als verantwortliche Kulturagentin mit der Grundschule Holzheim, dem Werner-Heisenberg-Gymnasium, dem Hohenstaufen-Gymnasium und dem Freihof-Gymnasium eng zusammen.
Links:
Die sehr ergiebigen Materialsammlung des Kulturagenten-Programms Phase 1:
http://publikation.kulturagenten-programm.de/
Aktuell in BW beteiligte Schulen/Netzwerke/Kommunen finden Sie unter:
http://www.kulturagenten-programm.de/laender/land/2

Kulturfahrplan des Freihof-Gymnasiums Göppingen

Bestandsaufnahme

Das Freihof-Gymnasium bietet in verschiedensten kulturellen Bereichen seinen Schülerinnen und Schülern ein vielfältiges Angebot. In der Unterstufe wird im Rahmen des Ganztagesangebotes u.a. die Kreativwerkstatt angeboten. Dort ist es den Schülern möglich, unabhängig vom Unterricht, sich mit den verschiedensten kreativen Techniken auszudrücken. Im Bereich der Darstellenden Künste können sie aus den Angeboten Musical, Theater und Zirkussport auswählen. Im Fachgebiet Musik bietet das Freihof-Gymnasium Göppingen die Teilnahmemöglichkeit an der Streicherfrüherziehung, dem klassischen Schulchor nach den Stufen geordnet sowie der Schulband. Diese Angebote werden in der Mittel- und Oberstufe altersgerecht fortgeführt und mit weiteren Angeboten ergänzt. Das Erarbeitete wird in den Konzerten der Öffentlichkeit zu Weihnachten und vor den Sommerferien präsentiert.
Der Bereich der Bildenden Künste wartet mit einer Zeichen-AG für die Mittelstufe auf. Übergreifende Angebote finden sich im Freihof- TV, in der Video-AG sowie der Homepage-AG.
Aber auch im Unterricht sorgen die Lehrerinnen und Lehrer dafür, dass der Unterricht nicht nur im Klassenzimmer stattfindet, sondern auch an außerschulischen Lernorten. In den Fächern Deutsch und den Fremdsprachen werden Theaterstücke in Göppingen, Ulm, Esslingen und Stuttgart besucht. Im Fachbereich Geschichte findet Projektunterricht in Zusammenarbeit mit dem Stadtarchiv Göppingen, dem Staatsarchiv Ludwigsburg und dem Hauptstaatsarchiv Stuttgart sowie ortsansässigen Museen (Storchen, Museele Christophsbad, Jüdisches Museum Jebenhausen) statt. Im Bereich Bildende Kunst gibt es Kooperationen mit der Kunsthalle Göppingen, dem Lindenmuseum und der Staatsgalerie Stuttgart. Auch das Fach Deutsch hat eine Zusammenarbeit mit der örtlichen Presse, der NWZ, wenn in den Stufen 8 bis 9 das ZiSCH - Projekt angeboten und durchgeführt wird.
In allen Fächern wird durch Exkursionen versucht, schulisch erlerntes Wissen durch aktives Erleben zu vertiefen. Dieses findet auch bei unseren zahlreichen Schüleraustauschprogrammen mit den USA, Frankreich, Thailand, Italien, Japan, Bulgarien und der Ukraine statt.
Die einzelnen Fachschaften kooperieren miteinander, wenn zum Beispiel der traditionelle Maientagsumzug mit anschließender Aufführung ansteht. In Bildender Kunst werden Kostüme und Requisiten selbst hergestellt, in Sport und Zirkussport zu passender Musik Choreographien entwickelt und einstudiert.
Synergieeffekte ergaben sich bei den „Stadtoasen“ in Göppingen durch die Verknüpfung der Fächer Gemeinschaftskunde (Stadtplanung, politische Entscheidungsprozesse) und Bildende Kunst (Architektur, kreatives Gestalten). In diesem Rahmen organisierten die Schüler auch kulturelle Veranstaltungen.
Seit Jahren werden am Freihof-Gymnasium Göppingen für Unter- oder Oberstufe einstudiert und aufgeführt. Dabei kooperieren die Fachschaften Musik, Deutsch, Sport und Bildende Kunst miteinander. Die Vorbereitungen zu den Aufführungen werden im Vorfeld mit einem Aufenthalt auf der Kapfenburg abgeschlossen, da es dort möglich ist, in einer konzentrierten Atmosphäre sich auszutauschen und das Projekt ohne schulische Zwänge zu entwickeln.

Maßnahmen
Im Bereich unseres einen Schwerpunktes Bildende Kunst und Wort(Kunst) wollen wir folgende Maßnahmen durchführen:

    Der zweite Schwerpunkt soll sich mit dem Thema „Inszenierung“ beschäftigen.
        Für diese einzelnen Maßnahmen sollten zwischen zwei und maximal sechs Schulstunden pro Tag anberaumt werden. Die Projekte sollten im Februar 2017 beginnen können.
        Ziele
        Um unsere Vision von kreativen Schülerinnen und Schüler umzusetzen, haben wir uns mit den Maßnahmen folgende Ziele gesetzt. In den beiden Schwerpunkten Bildende Kunst/Wort und Inszenierung stehen Kommunikation und Kunst im Vordergrund. Kommunikation und Kunst sind zentrale Bausteine für Selbstwahrnehmung und damit Selbstbewusstsein. Im ersten Schwerpunkt steht das Individuum im Vordergrund und im zweiten das kooperative Arbeiten.
        Dabei sollen die Bausteine im Bereich von Bildende Kunst/Wort u.a. Comic, Graffiti, Bloggen, Freihof TV, Architektur diese Auseinandersetzung sichtbar machen durch eine Inszenierung im öffentlichen Raum.
        Im Zweiter Schwerpunkt soll die Welt als Theater zum spielerischen Erkundungsraum für die Schülerinnen werden; so durch Englisch- Dramaturgie, Filmen, Licht, Kostüme, Bewegung usw. Eine enge Verzahnung von Fächern und von Projekten wird angestrebt, so dass hier Synergieeffekte erzielt werden. Besonders Musicals bieten sich hier an, um Artistik, Musik und Bildende und Darstellende Kunst zusammenzuführen und das gemeinsame Produkt der Künste der Öffentlichkeit zu präsentieren. Dies umso mehr, da wir an unserer Schule schon lange eine Musicalkultur pflegen.
        Zielsetzung unserer Projekte soll es sein den öffentlichen Raum, die Gesellschaft in die Schule zu holen und die Kreativität der Schülerinnen und Schüler aber auch der Lehrerinnen und Lehrer über die Schulgemeinschaft hinaus der Öffentlichkeit zu präsentieren.

        Vision
        Das Freihof-Gymnasium lässt seine Schülerinnen und Schüler, wie oben schon ausgeführt, an außerschulischen Lernorten vielfältigste Erfahrungen sammeln. Mit der Teilnahme am „Modellprogramm Kulturagenten für kreative Schulen Baden-Württemberg“ wünschen wir uns diese Außenwelt als Impulsgeber in den Unterricht zu holen und durch externe Fachkräfte den Lernprozess zu verstärken. Nicht nur für die Schüler, sondern auch für die jeweiligen Fachlehrer können diese Anregungen nur gewinnbringend und nachhaltig sein. Diese engere Integration von Kultur und Kunst in den Unterricht hat in Ansätzen dank der Vermittlung unserer Kulturagentin im Rahmen des Wintersport- und Kulturtages Aktzeichen als Projekt ermöglicht. Dieses Angebot hat die teilnehmenden Schülern motiviert, sich Ungewöhnlichem zu öffnen und Lust auf Mehr gemacht.
        Unser Wunsch für die Zukunft ist, dass die Schüler durch diese kreativen Impulse lernen, sich selbst wahrzunehmen und aktiv auszudrücken. Durch ihre Selbstverwirklichung lernen sie, Widerstände zu überwinden und finden Gemeinsamkeiten im sozialen Umfeld der Schule. Dadurch gewinnen sie an innerer Stabilität und werden in ihrem Selbstbewusstsein gestärkt, denn Kreativität formt vor allem die Persönlichkeit der Heranwachsenden. Sie sollen sich ihre natürliche Neugier auf die Welt zurückerobern. Dadurch findet ein extrinsisch motivierter Reifeprozess statt, der die Schülerinnen und Schüler zu einem seine Umwelt gestaltenden, couragierten und mündigen Mitmenschen werden lässt. Daher sollen alle am Schulleben Beteiligten im Laufe der vier Jahre an einzelnen kreativen Projekten teilhaben.
        Die dabei geschaffenen Kooperationen mit Künstlern und lokalen Kulturinstitutionen sowie die geknüpften Netzwerke sollen unserem Schulcurriculum über den Projektzeitraum erhalten bleiben und zu einem festen Bestandteil unseres schulischen Selbstverständnisses werden. Dies ist eine besonders sinnvolle Ergänzung, da unsere Schule eine „Schule mit Courage / Schule ohne Rassismus“ ist und kreativ ausdrucksstarke Menschen meistens den Mut haben, Fremdem offen und tolerant zu begegnen. Diese aktive Auseinandersetzung mit Kunst und Kultur soll die Schülerinnen und Schüler ganzheitlich beeinflusst haben, so dass sie dieses Selbstverständnis auch in ihrem weiteren Lebensweg beibehalten und nach außen transportieren.
        Unsere Vision lautet daher: „Kreativität schafft Mut!“