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Freihof-Gymnasium Göppingen

General Thomas Seifert vor Schülern

Innere Stärke als Kompass: Brigadegeneral Thomas Seifert spricht zu Neuntklässlern des Freihof-Gymnasiums

Am Ende des zurückliegenden Schuljahres erlebte die Stufe 9 eine außergewöhnliche Geschichtsstunde mit einem besonderen Zeitzeugen. Brigadegeneral Thomas Seifert berichtete als Gast der Schule von seinem Weg: 1983 begann er seinen Dienst in der Nationalen Volksarmee (NVA) der DDR, erlebte den Systemumbruch 1989/90 unmittelbar mit und setzte seine Laufbahn nach der Wiedervereinigung in der Bundeswehr fort – bis in den Generalsrang. An seiner Biografie spiegelt sich die deutsche Teilung, die Friedliche Revolution und die Transformation nach 1990 in seltener Dichte.
Die Veranstaltung war als Bildungsangebot zur historischen und politischen Urteilsbildung konzipiert und knüpfte an den Bildungsplan Geschichte sowie die Leitperspektive Demokratiebildung an. Zustande kam die Veranstaltung eher zufällig. Inspiriert von einem ganzseitigen Porträt über General Seifert in der Südwestpresse im vergangenen November wandte sich Geschichtslehrerin Steffi Sonnentag spontan an die Pressestelle der Multinational Joint Headquarters Ulm — und erhielt umgehend die Zusage für einen Schulbesuch von General Seifert.
Die Schülerinnen und Schüler, die sich in den vergangenen Monaten mit den zwei politischen Systemen BRD und DDR, dem Kalten Krieg sowie der Wiedervereinigung im Geschichtsunterricht beschäftigt hatten, erhielten Gelegenheit, Fragen zu den Unterrichtsinhalten bzw. zu Seiferts persönlichen Erfahrungen zu stellen und unterschiedliche Sichtweisen zu diskutieren.
Im Zentrum von Seiferts Ansprache stand allerdings eine Botschaft, die über historische Fakten hinausreicht: Wer äußere Krisen, gesellschaftliche Umbrüche und Unsicherheiten bestehen will, braucht innere Festigkeit. Seifert ermutigte die Jugendlichen, eine gefestigte Persönlichkeit zu entwickeln, bei sich selbst anzukommen und sich an Gewissen, Verantwortung und eigenständigem Denken zu orientieren. Gerade in Zeiten rascher Veränderungen seien dies tragende Ressourcen – privat, aber auch in Schule, Beruf und Gesellschaft.

(Text u. Foto: Steffi Sonnentag)